Schlafstörungen

Schlaf ist nicht gleich Schlaf

Eine so genannte "normale" Menge Schlaf, die jeder Mensch braucht, gibt es nicht. Jeder hat seine eigenen Bedürfnisse, einige brauchen viel Schlaf, andere kommen mit weniger aus. Wer gewohnt ist, neun Stunden pro Nacht zu schlafen, schadet sich auf die Dauer, wenn er versucht, es jenen gleichzutun, die jeden Tag nach nur 5 Stunden in Höchstform sind. 90% der Bevölkerung schläft im Durchschnitt etwa sieben bis acht Stunden.

Betrachtet man jedoch den Aufbau des Schlafes, stellt man fest, dass Kurzschläfer genauso lange im Tiefschlaf verbringen, wie Langschläfer. Die verkürzte Schlafdauer reduziert demzufolge nur den Anteil an leichtem Schlaf.

Im Alltag ist der Schlaf des modernen Menschen relativ einfach geregelt: Tagsüber ist man wach und nachts schläft man. Aber auch dieses System ist bis zu einem gewissen Grad flexibel. ein Schichtarbeiter muss z.B. seinen Tag-Wach-Rhythmus umstellen. Dennoch ist es nicht ratsam, seinen Rhythmus auf die Dauer freiwillig zu ändern, denn die Folgen sind Schlafstörungen, Müdigkeit, Launenhaftigkeit oder Verdauungsprobleme.

Die Struktur des Schlafes ist bei jedem Menschen immer gleich und besteht aus vier bis sechs Schlafzyklen. Innerhalb jedes Zyklus laufen verschiedene Schlafphasen ab: der leichte Schlaf (Stadien 1 und 2), der langsame Tiefschlaf (Stadien 3 und 4) und die REM-Phase (rapid eye movement = schnelle Augenbewegungen = Traumphase). Diese Phase beendet jeweils einen Zyklus, danach wacht man auf oder sinkt langsam wieder in den Tiefschlaf zurück und ein neuer Zyklus beginnt.

Im Laufe der Nacht verändert sich die Dauer, di man pro Zyklus in den einzelnen Stadien verbringt. Am Anfang der Nacht ist man vermehrt im Tiefschlag, gegen Ende der Nacht verbringt man mehr Zeit in der REM-Phase. Das erklärt, warum man oft gerade träumt, wenn der Wecker klingelt. Aber wenn man nicht sofort versucht, sich an den Traum zu erinnern, ist alles weg!
Etwa ein Viertel der Nacht verbringen wir mit Träumen. Dabei werden Informationen verarbeitet, die im Wachzustand aufgenommen wurden. D.h. der REM-Schlaf hilft, die Ereignisse des Tages mental zu verarbeiten. Jeder Mensch träumt, und zwar jede Nacht, auch jene, die sich nie an einen Traum erinnern!

Schlafstörungen

Schlaflosigkeit ist ein sehr subjektives Ereignis. Der eine spricht von Schlaflosigkeit, wenn er nicht gut einschlafen kann, der andere wacht nachts mehrmals auf und wieder andere berichten, dass sie immer viel zu früh aufwachen. Meist gehören diese Symptome zusammen oder wechseln sich ab. Zu einer richtigen Schlaflosigkeit gehören jedoch nicht nur diese Symptome. Sie bedeutet auch, dass man sich beim Schlafen nicht erholt, dass man morgens oder während des Tages müde ist wegen einer "schlechten" Nacht.
Medizinisch wird Schlaflosigkeit vornehmlich als Schlafstörung definiert, die am folgenden Tag greifbare Auswirkungen hat. Schlaflosigkeit und damit verbundene Tagesschläfrigkeit kann verschiedene Ursachen haben. Deshalb sollte man Schlafstörungen nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn man weiss, dass gelegentliche Schlafstörungen unbehandelt leicht chronisch werden können.

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