Frühjahrsmüdigkeit

Jede Bewegung kostet Überwindung, der Körper fühlt sich schwer an wie Blei und trotz Sonnenstrahlen drückt etwas Unerklärliches aufs Gemüt - die Frühjahrsmüdigkeit ist da. Mehr als die Hälfte der Frauen und Männer leiden darunter, speziell auch Menschen, die sich während der Wintermonate wenig bewegen.

Wie entsteht die Frühjahrsmüdigkeit?

Wenn die Temperaturen steigen, weiten sich die Blutgefässe der Haut, um für Kühlung zu sorgen. Dafür braucht der Organismus mehr Blut, das den Organen wiederum fehlt. Dadurch sinkt auch der Blutdruck. Der Körper beginnt, neue rote Blutkörperchen zu bilden, die für den Sauerstofftransport verantwortlich sind. Während dieser Produktionsphase fliesst "dünnes" Blut in den Adern und der Sauerstofftransport als Zellenergie ist eingeschränkt. Oft niedriger Luftdruck erschwert das Atmen, wodurch weniger Sauerstoff aufgenommen wird. Das macht schlapp.

Hormonell betrachtet produziert der Körper im Winter vermehrt das "Schlafhormon" Melatonin, das in der helleren Jahreszeit abnimmt. In der Übergangsphase des Frühlings kann ein Schlafdefizit mit Erschöpfung entstehen. In den dunkeln Monaten werden ausserdem die Reserven an Serotonin, dem Glückshormon, im Gehirn aufgebraucht. Die von der Sonne angekurbelte Hormonproduktion verbraucht ebenfalls viel Energie.

Was tun gegen die Frühjahrsschlappe?

Meist fehlen dem Körper nach dem Winter Vitamin B, C, E sowie Eisen, Magnesium, Selen, Zink, Calcium und Kalium. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind dem zufolge Mittel gegen die Frühjahrsmüdigkeit. Frisches Gemüse und Früchte, aber auch Vitaminpräparate aus der Apotheke sind im Frühjahr Mittel gegen die Müdigkeit. "Dopingmittel" wie Kaffee, Schwarztee oder Alkohol wirken kontraproduktiv. Besser geeignet sind Wasser, Kräutertees, Frucht- und Gemüsesäfte, von welchen pro Tag 2 bis 3 Liter getrunken werden sollten. Ausserdem unterstützt leicht verdauliche Kost den Körper bei seiner Umstellung auf die wärmere Jahreszeit.

Viel Bewegung an der frischen Luft ist ebenfalls gut wirksam gegen die Müdigkeit. Schon 15 Minuten täglich können ausreichen, um den Körper mit genug natürlichem Licht und Sauerstoff zu versorgen und die Stimmung zu heben. Radfahrer können der Sonne entgegen und der Frühjahrsmüdigkeit davonfahren. Auch Jogging in der erwachenden Natur führt zum Erfolg. Darüber hinaus kann morgendliche Gymnastik Wunder wirken. Wichtig ist, die körperliche Trägheit der Wintermonate zu überwinden.
Wechselduschen oder Kneipp'sche Armgüsse kurbeln den Kreislauf an und erwecken die Lebensgeister. Auch eine Schwitzkur in der Sauna und das kühlende Bad danach helfen dem Organismus auf die Sprünge. Die Haut, die Schleimhäute der Atemwege und das Herz werden besser durchblutet - der Blutdruck lernt sich anzupassen und die Nebennierenrinden werden zur Hormonproduktion angeregt. Und wenn der Körper trotzdem sein Recht auf eine Pause oder ein Mittagsschläfchen fordert, dann sollte man ihm bei Gelegenheit einfach mal nachgeben.

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